BOYENS MEDIEN verbindet

Die Meilensteine

1929 Max Boyens übernahm die Geschäftsleitung der „Heider Anzeiger GmbH“
1935 Mit einer neuen Rotationsdruckmaschine wurde der Einstieg in den Farbdruck möglich. Kauf der „Dithmarscher Landeszeitung“, die in den „Heider Anzeiger“ integriert wurde.
1936 Umfirmierung der „Heider Anzeiger GmbH“ in „Westholsteinische Verlagsanstalt und Verlagsdruckerei Boyens & Co.“.
1937 Umfangreiche Umbaumaßnahmen erweiterten das Betriebsgebäude am Wulf-Isebrand-Platz.
1939–48 Trotz erschwerter Produktionsbedingungen während des Zweiten Weltkriegs konnte die Zeitung weiter erscheinen bis die Pressezensur in der Nachkriegszeit dazu führte, dass die Zeitung eingestellt werden musste und der Druckereibetrieb stark eingeschränkt wur
1949 Der „Heider Anzeiger“ erschien wieder mit neuem Titel „Dithmarscher Landeszeitung“.
1956/57 Beide Betriebsgebäude am Wulf-Isebrand-Platz wurden zu einem einheitlichen Bau zusammengefasst und das Betriebsgelände wurde durch den Ankauf eines Grundstücks am Bahnhofsgang verdoppelt.
1959 Uwe Boyens trat in das Unternehmen ein.
1962 Übernahme der „Brunsbütteler Zeitung“.
1964 „Wesselburener Marschbote“ ging in der „Dithmarscher Landeszeitung“ auf.
1965 Erneute Erweiterung der Betriebsgebäude am Wulf-Isebrand-Platz.
1970 Übernahme der „Büsumer Nachrichten“.
1973 Umfangreiche Erweiterung des Betriebsgebäudes und -geländes.
1974 Beginn der Umstellung der Drucktechnik auf Offset.

1929 bis 1975 – Entwicklung und Wachstum unter Max Boyens

Nach dem Tod seines Schwiegervaters Friedrich Johnsen übernahm Max Boyens 1929 die Geschäftsleitung der „Heider Anzeiger GmbH“. Max Boyens war nach seiner Ausbildung zum Buchdrucker und dem Studium der Volkswirtschaft bereits 1927 in das Unternehmen eingetreten. Er führte das Unternehmen mit Weitsicht und unternehmerischen Geschick fast ein halbes Jahrhundert durch eine Zeit, die von den schwierigen Produktionsbedingungen während des Zweiten Weltkriegs, der Pressezensur in der Nachkriegszeit und dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1950er und 1960er Jahren geprägt war.
Max Boyens legte sehr großen Wert auf Modernisierung und konstanten Ausbau aller Unternehmensbereiche und führte es zum modernen Industriebetrieb. Er erneuerte die Setzmaschinen und investierte 1935 in eine Rotationsmaschine, die erstmals für die Zeitung den Farbdruck ermöglichte. Im selben Jahr kaufte er die „Dithmarscher Landeszeitung“ in Meldorf und integrierte sie in den „Heider Anzeiger“. Mit dieser Übernahme erweiterte er nicht nur das Verbreitungsgebiet der Tageszeitung, sondern erhöhte auch die Auflage und das Anzeigenaufkommen. Der Titel „Dithmarscher Landeszeitung“ wurde allerdings zunächst nur als Untertitel im Zeitungskopf des „Heider Anzeiger“ geführt, bis er 1949 zum Haupttitel der Tageszeitung wurde.

Neben der Zeitung entwickelten sich auch die anderen Unternehmensbereiche unter Max Boyens kontinuierlich weiter: Die Buch- und Zeitschriftenproduktion stieg, im Verlag erschienen auch Telefon- und Adressbücher und die Druckerei bekam Aufträge aus ganz Deutschland. Um die Betriebszweige Zeitung, Verlag und Druckerei unter einem Dach zu halten, aber deutlicher voneinander zu trennen, firmierte er 1936 die „Heider Anzeiger GmbH“ nach Umwandlung des Unternehmens in eine Kommanditgesellschaft in die „Westholsteinische Verlagsanstalt und Verlagsdruckerei Boyens & Co.“ um.

Während des Zweiten Weltkriegs schaffte es Max Boyens, den „Heider Anzeiger“ trotz Aufhebung der Pressefreiheit und Material- und Papierknappheit weiterhin herauszugeben. Die Auflage reduzierte sich allerdings deutlich von 12.000 auf 7.800 Exemplare. Damit war der „Heider Anzeiger“ nur eine kleine regionale Zeitung, die weniger stark kontrolliert wurde. Als eine von 30 privaten Zeitungen in Schleswig-Holstein konnte der „Heider Anzeiger“ auch während der Kriegszeit erscheinen, weitere 34 Zeitungen mussten in dieser Zeit ihren Betrieb einstellen.

Nach Kriegsende kam der Zeitungsbetrieb des „Heider Anzeiger“ vollständig zum Erliegen, denn die Besatzungsmächte verboten das Drucken und Veröffentlichen von Zeitungen, Büchern und Ähnlichem. Trotzdem bestand in der Bevölkerung Bedarf an amtlichen Meldungen und Informationen für das tägliche Leben. Aus dieser Situation heraus konnte Max Boyens unter der Kontrolle der britischen Militärregierung 1945 zumindest die Lagerzeitung für die in Dithmarschen internierten deutschen Soldaten drucken. Wenige Monate später kam das zweimal wöchentlich erscheinende „Amtliche Nachrichtenblatt des Kreises Norderdithmarschen“ – das inhaltlich allerdings kontrolliert wurde – hinzu. Auch die Lebensmittelmarken für die Region wurden in der Westholsteinischen Verlagsanstalt und Verlagsdruckerei Boyens gedruckt: Die Druckerei nahm langsam ihren Betrieb wieder auf – wenn auch unter der Kontrolle der Engländer.

In den ersten Nachkriegsjahren lag die Volkswirtschaft brach und erst mit Inkrafttreten des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland im September 1949 änderte sich die Lage – auch für den Zeitungsbetrieb von Max Boyens. Nach fast viereinhalb Jahren konnte er im Oktober 1949 endlich wieder eine Tageszeitung herausgeben: Die „Dithmarscher Landeszeitung“. Da der Betrieb vollständig intakt geblieben war und die Druckerei bereits wieder produzierte, konnte die „Dithmarscher Landeszeitung“ sofort wieder täglich (außer sonntags) erscheinen.

Die Umbenennung des Haupttitels von „Heider Anzeiger“ in „Dithmarscher Landeszeitung“ verdeutlichte, welches Ziel Max Boyens langfristig ansteuerte: Er wollte eine Tageszeitung für ganz Dithmarschen herausgeben. Nachdem er das Verbreitungsgebiet der „Dithmarscher Landeszeitung“ kontinuierlich erweiterte, übernahm er auch einige lokale Zeitungen. Zunächst 1962 die „Brunsbütteler Zeitung“, zwei Jahre später den „Wesselburener Marschboten“ und 1970 die „Büsumer Nachrichten“.

Die 1950er und 1960er Jahre standen für eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, während der auch Max Boyens das Unternehmen – Zeitung, Verlag und Druckerei – weiter entwickelte. Sein Sohn Uwe Boyens, der 1959 in das Unternehmen eintrat, unterstützte ihn dabei. Technische Erneuerungen waren an der Tagesordnung und die Produktionstechnik des Verlag- und Druckhauses wurde stetig modernisiert. Noch kurz von seinem Tod leitete Max Boyens 1974 den Übergang zum Offsetdruck ein. Er wollte die Leistungsfähigkeit und damit die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens gegenüber den Großstadtbetrieben sicherstellen, denn der Name „Boyens“ war längst über die Grenzen Dithmarschens und Schleswig-Holstein hinaus bekannt geworden.

Die positive Unternehmensentwicklung führte dazu, dass die Betriebsgebäude am Wulf-Isebrand-Platz immer wieder umgebaut wurden. 1956/57 wurden sie zu einem einheitlichen Bau zusammengefasst und in den folgenden zwei Jahrzehnten durch weitere Häuser ergänzt.

Allen Entwicklungen und Erweiterungen lag das Bestreben von Max Boyens zugrunde, die Selbstständigkeit des Unternehmens sicherzustellen und nicht in den Sog der  Konzentrationsbewegung im Pressewesen zu geraten.
Max Boyens blieb selbstständiger Unternehmer und Verleger und noch heute ist die „Dithmarscher Landeszeitung“ eine der wenigen wirtschaftlich und publizistisch unabhängigen Tageszeitungen in Schleswig-Holstein und das Gesamtunternehmen in Familienhand.

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